Juvenile Psychos

FFPK picLaut eigenen Angaben rekurriert das steirische Quintett Franky Fitz´ Psycho Kidz stilistisch vorzugsweise auf die Phase der Rockmusik von den 60er Jahren bis hinauf zu den 80ern. Hört man seinem selbstbetitelten Debütalbum nicht wirklich an. Von Martin Macho

Ambitioniert. Flugs mag sich dieses Adjektiv in einen milde gestimmten Sinn stoßen, führt man sich die acht Songs auf „Franky Fitz´ Psycho Kidz“ zu Gemüte. Etwas nachgeschärft lautet das rechtskräftige Verdikt: Falls beabsichtigt, misslingt FFPK auf ihrem ersten Longplayer die Amalgamierung der Einflussbereiche Psychedelia, Heavy und Space zu einer Interesse weckenden Einheit. Rockhistorische Bezugspunkte blitzen da höchstens in Spurenelementen auf. Müssen ja nicht unbedingt sein. Dennoch, vielleicht ein strategischer Fehlgriff: Wer Jimi Hendrix, Deep Purple oder Black Sabbath offenherzig in das musikalische Einzugsgebiet einschließt, schraubt die Erwartungshaltungen logischerweise in beinahe lichte Höhen. Debüt hin oder her.

Vielmehr steht „Franky Fitz Psycho Kidz“ als juveniler Indie-Pop da, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die fünf gebürtigen Leibnitzer füttern die Ohren mit größtenteils unspektakulärem Poprock-Material, bei dem eine auffallende Melodienarmut die Gerichtetheit des Hörers beeinträchtigt. Songs ziehen sich hin, auf eruptive Clous im Dienste einer Lust bereitenden musikalischen Spannung-Lösungs-Abfolge wartet man über weite Strecken vergebens. Herausragend die Nummer „Living In A Lie“, die wie Hendrix´ „Purple Haze“ beginnt und im hymnischen Chorus an die New Wave Of British Heavy Metal von Iron Maiden und Co. gemahnt. Weitaus softer halt, FFPK wie die eiserne Jungfrau ohne Dornen, oder so. Kaum minder interessant „No Excuse“, dessen psychotische Bassline das Lied erfrischend funky erscheinen lässt. Und dann ist da noch der obligatorische Kontrapunkt, die nach Authentizität ringende großgestische Ballade, emotionsecht aus dem beschwerlichen Dasein gegriffen. „Dissipation“, Zerstreuung, nennen FFPK ihr persönliches dreieinhalbminütiges Dramolett, welches aber mit abgegriffenen Textzeilen wie „Just want to forget you“ oder „This makes me feel like a bird without wings“ wenig Originelles zur Passion einer verbrauchten Liebe zu sagen hat.

Leicht unterkühltes Fazit: ein Album, das als Alternative Rock aus einem Wechselbad der Gefühle leicht durchgehen kann. Was beileibe kein Vorwurf sein soll. Die Welt aus den Angeln hebt „Franky Fitz´ Psycho Kidz“ jedenfalls nicht.

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„Franky Fitz´ Psycho Kidz“

erschienen DIY

(VÖ: 02.02. 2016)

 

 

 

 

 

Im Web:

www.ffpk.tk

www.facebook.com/frankyfitzpsychokidz

Foto © Franky Fitz´ Psycho Kidz

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