The Killers – Day & Age

The Killers - Day & Age

Wenn der Begriff „gepflegte Rockmusik“ auf eine Band passt, dann auf The Killers. Was nicht negativ gedeutet werden soll, denn die Band versteht es, feingeschliffenen und eingängigen Rock zu spielen, der direkt ins Ohr geht und dort auch hängen bleibt – stets versehen mit dem gewissen Grad an Extravaganz.  Trotzdem bewegen sich die Killers mit „Day & Age“ schon auf etwas dünnem Eis.

Man merkt es schon nach den ersten Tönen: hier leben die 80er und 90er wieder auf. Dem Synthesizer wird deutlich mehr Platz eingeräumt als noch auf den Vorgänger-Alben, die anderen Instrumente treten etwas in den Hintergrund. Dazu kommen Bläserensembles und -soli. Natürlich gibt es dagegen an sich nichts einzuwenden. Wäre doch langweilig, wenn sich alle Bands nur auf Gitarre, Bass und Schlagzeug beschränken würden.

Aber was die Killers hier abliefern ist stellenweise schon hart an der Grenze zu purem Kitsch und unnötiger Übertreibung. Zum Glück schafft es die Band, gerade nicht über diese Grenze zu treten. Nur die schmalzigen Saxophonsoli in „Joy Ride“ und „I Can’t Stay“ schießen eindeutig über das Ziel hinaus.

Insgesamt gefällt mir persönlich das Debut-Album „Hot Fuss“ immer noch am besten, aber auch „Day & Age“ kann sich hören lassen. Am 14.3.2009 werde ich beim Konzert in Berlin vor Ort sein. Freu mich schon!

Fazit: The Killers treiben mit diesem Album ihre ästhetische Extravaganz auf einen vorläufigen Höhepunkt und man darf gespannt sein, wie das nächste Album ausfällt. Beim Hören drängt sich der Eindruck auf, daß die Band genau weiß, daß ihre Musik gut genug ist, um bestimmte Elemente auf die Spitze treiben zu können. Und das nützen sie schamlos aus. Doch wie heißt es so schön? Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz.

Meine Anspieltips: „Human“ („Disco-Rock“)  und  „A Dustland Fairytale“ (nette Mischung aus Klavierballade und Rocksong, typisch Killers)

01 Losing Touch
02 Human
03 Spaceman
04 Joy Ride
05 A Dustland Fairytale
06 This Is Your Life
07 I Can’t Stay
08 Neon Tiger
09  The World We Live In
10  Goodnight, Travel Well

Artikel: Matthias Rigal
Bild: Amazon