Fredi Füzpappn

Steckbrief

Lieblingsgroove

Lieblingsfill 1: aus „I hob an Koda“

Lieblingsfill 2: aus „Der Albtraum jeder Schwiegermutter“

 

Lieblingsbecken: Zildjian Avedis SweetRide 21″ Brilliant

Stilbeschreibung: songorientiert.

                                                                                                                                                                                                                         

Ihr macht ja gerade eine Konzertpause. Was macht ihr in dieser Zeit?

Eigentlich relativ viel. Also wir biaschtln, wir tschechern, wir tachinieren, aber außerdem waren wir diese Woche auch jeden Tag im Proberaum und haben die neuen Konzerte vorbereitet. Wir haben mit diversem neuen Equipment gearbeitet, damit wir in Zukunft weniger tragen müssen und sich unser Arbeitsalltag noch leichter gestaltet.

 

Ihr betreibt auch viel Marketing. Wie entstehen bei euch die Ideen dafür?

Wir bezeichnen uns als sogenannter Drink-Tank, nicht zu verwechseln mit einem Think-Tank. Wir sitzen zusammen und beim plaudern fällt uns immer irgendeine Aktion ein. Das großartige an Turbobier ist, man kann die dann umsetzen und den Fans gefällt das. Man muss die Erwartungen von keinem erfüllen und das lustige daran ist, genau das gefällt den Leuten viel mehr, weil es authentisch ist.

 

Euer letztes Video von „A Mensch is a Mensch“ fand ich sehr amüsant. Was war eure Idee dahinter?

Für uns war es wichtig ein Statement zu setzen und zu zeigen, dass jeder darauf stolz sein soll, wer er ist, auch wenn er nicht perfekt ist. Das war uns vor allem aufgrund der Diskussionen rund um die Bundespräsidentenwahl ein Anliegen. Niemand ist perfekt und deswegen zeigen wir uns auch mit unseren „Unperfektheiten“.

 

Wie war es nackt Schlagzeug zu spielen?

Das ist eine rutschige Angelegenheit. Bei vielen Takes und viel Licht schwitzt man dann schon ordentlich.

 

Wie hast du Schlagzeugspielen gelernt?

Schlagzeugspielen habe ich im Arena Beisl gelernt. Ich war oft dort und als ich erfahren habe, dass dort auch Bands proben habe ich denen mal zugesehen. Dabei habe ich erkannt, dass Schlagzeugspielen der gemütlichste Job bei einer Band sein muss, weil man dabei sitzen kann. Von da an waren der Koarl und der Bertl meine Schlagzuglehrer. Die beiden sind typische Punkmusiker, die in ihrem Leben drei Konzerte gespielt haben, weil sie sonst immer fett waren. Große Vorbilder waren für mich Brooke Wackerman von Bad Religion und Derek Grant von Alkaline Trio. Abseits von Punkmusik muss man aber sagen: Keiner schlägt Phil Collins. Der hat einfach die heißesten Beats.

 

Mit welchem Schlagzeug bist du derzeit unterwegs?

Ich spiele schon seit sehr langer Zeit ein Pearl Master Custom Set mit zwei Toms (12“ und 16“) und einer Base drum mit 22“. Meine Snare ist eine 14“x07“ Mapex Phatbob. Außerdem spiele ich mit Pearl Hardware und Zildjian Becken. Ich werde aber von keinem Schlagzeughersteller gesponsert. Wenn ich von wem gesponsert werde, dann nur von Braufirmen. Wenn ich mit bestimmtem Equipment spiele, dann will ich es nicht spielen, weil es gratis ist, sondern weil ich es geil finde.

 

Was ist denn der von dir angestrebte Sound?

Relativ tief und sehr fett, wie die Band eigentlich. Darauf kommt es immer wieder zurück: sehr fett. Bei den Fellen mag ich gerne einen warmen und fetten Sound. Deshalb verwende ich keine klaren Felle, sondern eher „coated“ oder „smooth white“. Dadurch bekommen sie einen wärmeren Sound und klingen, als wären sie größer. Bei den Becken mag ich einen durchsetzungsstarken und brillianten Sound sowie den Klang von großen Becken. Mein Ridebecken, ein Zildjian Avedis SweetRide 21″ in der Brilliant-Ausführung, hat einen schönen Übergang von einem „Ping“-Sound, über einen verwascheneren Klang hin bis zum Crash. Gleichzeitig hat die Bell auch einen guten Klang. Für mich ist das total wichtig, weil ich die Becken universal einsetzen möchte.

 

Ihr habt auch eine Beisl-Tour gespielt. Mit was warst du da unterwegs?

Ich habe hauptsächlich auf einer Cajon gespielt und hatte für manche Teile einen Shaker und einen Schellenkranz dabei. Für arbeitsscheue Leute, wie wir es sind, ist es super, weil man dann auch weniger aufbauen muss. Normalerweise habe ich immer am meisten Arbeit, aber bei der Beisl-Tour habe ich nur die Cajon hinstellen müssen. Ich war noch nie so schnell hinter der Bar wie bei dieser Tour. Ich bin einfach aufgestanden, habe das Ding ins Backsage gestellt und konnte schon das nächste Bier genießen.

 

Interview: Mira Achter

Foto: Marc Schwarz, Christoph Gütl