„Geschimpft wird immer“

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Alex Meixner betreibt im 13. Wiener Gemeindebezirk ein Tonstudio. Backbeat stattete dem Musiker einen Besuch ab und blickte ihm bei der Arbeit über die Schulter.

Aus den Boxen im Kontrollraum tönt laute Musik. Alex Meixner dreht langsam die Regler am Mischpult runter. Seit vier Jahren betreibt der Hietzinger das Aufnahmestudio „247musicdesign“ in der Testarellogasse. Das Studio gilt als kreative Zentrale im Westen Wiens. Neben diversen Musikproduktionen werden hier auch Werbejingles oder die Stadiondurchsagen für das Hannapi-Stadion in Hütteldorf produziert.

Zurück zu den Wurzeln. Alex Meixner ist seit vielen Jahren im Musikgeschäft tätig. Bevor er das Studio in ­Hietzing übernahm leitete er eines im 12. Bezirk. „Dieses ­Studio hier gehörte vorher Alex Munkas, dem Ex-Schlagzeuger der Kultband Minisex“, erzählt Meixner. Als er das Angebot bekam „247musicdesign“ zu übernehmen, überlegte er nicht lange: „Ich bin im 13. Bezirk aufgewachsen und damit war es für mich eine Rückkehr zu meinen Wurzeln.“ Meixner ist selbst Musiker und besuchte das Konservatorium, wo er Gitarre studierte. Im Bereich Tontechnik ist er ein Autodidakt: „Ich sehe mich eher als kreatives Mastermind: Komponist, Arrangeur und Gitarrist. Tontechniker gibt es sicherlich bessere als mich.“ Aus diesem Grund überlässt er diesen Bereich auch ausgebildeten Technikern. Dabei kann er aus einem Pool von vier bis fünf Personen schöpfen. Auch sonst kann das Multitalent auf ein großes Netzwerk von ­Menschen im Musikbusiness und Musikern zurückgreifen. Dazu gehören auch die Mitmusiker von „Starmania“-­Teilnehmer Eric Papilaya.

Szene entwickelt sich.
Zu Formaten wie „Star­mania“ hat Meixner ein ambivalentes Verhältnis: „Natürlich gibt es einiges zu kritiserien an ‚Starmania‘, aber die Sendung hat durchaus auch große Vorteile.“ Die Werbung und das ­mediale Interesse, das die Teilnehmer dort genießen, sei un­bezahlbar. Der Hietzinger sieht die Entwicklungen in der ­heimischen Musikszene in den letzten ­Jahren grundsätzlich ­positiv: „Geschimpft wird natürlich immer. Aber sogar ein Radiosender wie Ö3 fördert wieder vermehrt heimische ­Talente.“ Die Kritik, dass der ORF die ­Talente verheize, lässt er so nicht gelten. Dass ­manche Bands und Künstler nur über einen sehr kurzen Zeitraum erfolgreich seien, hänge von ­vielen ­Faktoren ab. Christina Stürmer habe bewiesen, dass auch langfristiger Erfolg möglich sei. „Andererseits ist aber auch klar, dass nicht jedes Jahr zwanzig Gruppen aus Österreich inter­national erfolgreich sein können.“ Vielleicht kommt der nächste Star am heimischen Musikhimmel aus der Testarellogasse.

Infos: www.247musicdesign.com

Text und Fotos: Alexander Schöpf