"Ich mag große Drums"

Chris Schroth

Seit einem Jahr baut Chris Schroth selber Schlagzeuge. Wie es dazu kam und wie er an die Sache herangeht lest ihr hier:

Wie bist du aufs Schlagzeugbauen gekommen?
Ich bin eher durch Zufall aufs Schlagzeugbauen gekommen. Ich war mal im Musikgeschäft und hab im Internet gesurft und versucht mein Setup zu finden. Bin aber nicht so richtig fündig geworden, gerade in der Kombination in der ich’s gerne gehäbt hätte. Dann wurde ich zu einem Drumbauer hier in Wien geschickt, mit dem ich auch kurz gesprochen habe. Ich hab mir dann noch eine Weile Zeit gelassen, im Internet recherchiert, und bin dann auf einige Seiten gestoßen, wo ich Informationen gefunden habe, wie man Drums baut, wo man Kessel und Hardware herbekommt usw. Dann hab ich mir gedacht: „Ok, du hast schon viele Sachen selbst gebaut [Lautsprecher, Gitarren]. Du baust deine eigenen Drumsets. Dann kannst du bestimmen wie sie aussehen sollen und mußt nicht einen irrsinnigen Betrag an Geld ausgeben, der in meinen Augen nicht gerechtfertigt ist.“ Das was ich haben wollte war von der Stange nicht verfügbar und ich war auch nicht bereit, für Custom-Sets übermäßig Geld zu bezahlen. Ich bin da eher geizig.

Wann hast du damit begonnen?
Begonnen hab ich im letzten Sommer, als ich einschlägige Adressen gefunden habe, um Hardware und Kessel zu beziehen.

Hast du besondere Spezialitäten?
Sagen wir mal so: ich mag große Drums und ich mag einen tiefen, bassigen, fetten Rocksound. Das heißt ich würde ungern eine Piccolo-Snare bauen wollen oder Toms die kleiner als 12“ sind.

Besteht Konkurrenz zwischen Schlagzeugbauern in Österreich?
Da das bei mir alles noch sehr im Beginnen ist, hab ich mich damit noch gar nicht auseinandergesetzt. Aber ich möchte einfach niemandem auf die Füße treten und ich denke, das was ich baue ist eher spezieller als Leute die zum Beispiel kleine Jazz-Kits bauen: Bass Drums unter 20“ , kleinere Toms, kurze Kessel und solche Geschichten. Insofern denk ich da eh nicht, daß man sich groß in die Quere kommen würde.

Nimmst du Aufträge an und wenn ja wie kann man dich kontaktieren?
Ich würde Aufträge annehmen. Kontaktieren kann man mich am besten über die Beatboxx bzw. den Werner [Kolic].

Wie lange dauert es ca. bis du einen Auftrag abgeschlossen hast?
Was man sagen könnte, ist, daß Drum Wraps [Folien am Schlagzeug] tendenziell eher schneller gehen würden, als Lackierungen, weil Lackierungen auch sehr sehr aufwendig sind. Und es kommt drauf an, wie aufwendig das gesamte Kit ist. Man kann sagen, daß es in 2 – 3 Monaten fertig ist.

Wo liegt ungefähr der Kostenpunkt?
Ich würde sagen die Kosten liegen zwischen Custom-Firmen [wie zum Beispiel Orange County] und der Stangenware.

Wobei ich eher Aufträge annehmen würde, wenn es etwas speziellere Geschichten sind. Da seh ich eher meine Lücke, letzten Endes. Wenns darum geht, 24“ oder 26“ Bass Drums zu nutzen oder Leute, die auch gern mal eine 18“-Tom neben sich stehen haben.
Also Sets bei denen die tiefste Tom eine 14“-Tom ist, das ist nicht mein Metier.

Also baust du in erster Linie deine eigenen Vorlieben…
Ja, selbstverständli ch. Ich denke so wirkt es eher authentisch, wenn ich meine eigenen Vorlieben auch mit einbringe. Alles andere wäre dann schon zu sehr aufs Business bezogen und das möchte ich nicht für mich. Ich möchte Spaß am Drum-Building haben und Freude daran, jemandem mein Set zur Verfügung zu stellen. Oder auch nur eine Snare, die einfach was besonderes ist.

Also: Wer Interesse an großen Drums und rockigem Sound hat, ist bei Chris Schroth an der richtigen Adresse.

Kontaktieren könnt ihr ihn entweder über Werner Kolic oder mich.

Interview und Foto: Matthias Rigal